Opel Geschichte

1862 - 2022 Opel feierte im August 160jähriges Jubiläum

1862 - Adam Opel beginnt mit der Nähmaschinenherstellung

Als ältester Sohn des Schlossermeisters Philipp Wilhelm Opel ist Adams Weg eigentlich vorgegeben – er soll später einmal den Betrieb seines Vaters fortführen. Doch Adam hat andere Pläne. Sein großer Traum ist die Stadt Paris. Er schafft es nach Aufenthalten in Lüttich, Brüssel und London schließlich an seinen Sehnsuchtsort, wo er den folgenreichen Entschluss fasst, im Nähmaschinengewerbe Fuß fassen zu wollen.

Ende August 1862 kehrt der mittlerweile 25-Jährige ins heimatliche Rüsselsheim zurück und macht sich – damals noch gegen den Willen seines Vaters, der mit Nähmaschinen nicht so recht etwas anzufangen weiß – im Elternhaus mit einer bescheidenen Werkstatt selbstständig. Nach Aufenthalten in den Weltstädten bedeutet die Rückkehr in seinen Geburtsort für den jungen Schlossergesellen eine große Umstellung. Doch genau hier, im damaligen 2000-Einwohner-Dorf Rüsselsheim, legt Adam den Grundstein für das Weltunternehmen Opel.

Die Montage der ersten Nähmaschine dauert Monate. Nach der Fertigstellung erwirbt sie der Rüsselsheimer Schneidermeister Hummel, der sie 40 Jahre in Betrieb hält. Schon damals gilt demnach: „Opel, der Zuverlässige“.

1863 - Die erste Fertigungsstätte entsteht

1863 kann Adam Opel im ausgedienten Kuhstall eines Onkels seine erste eigene Fertigungsstätte einrichten. Bruder Georg versorgt Adam von Paris aus mit Stählen, Schiffchen, Nadeln sowie kompletten Nähmaschinen für den Weiterverkauf. Eine erste Werbeanzeige erscheint und Adam stellt seinen ersten Mitarbeiter ein. Opel baut nicht nur Nähmaschinen, sondern handelt auch höchst erfolgreich damit.

In den folgenden Jahren floriert das Nähmaschinen-Geschäft und Opel expandiert.

1868 - Die Fabrik wächst

1868 ist er in der Lage, einen Fabrikneubau mit zweigeschossiger Fertigungshalle, Dampfmaschine und angrenzendem Wohn- und Bürohaus zu errichten. Nach dem Einzug arbeiten schon 40 Leute für die junge Firma – doch die Erfolgsstory geht bekanntlich weiter. Im gleichen Jahr heiratet er seine Frau Sophie, die sich nicht nur um den Haushalt kümmert, sondern auch um die Buchhaltung des Betriebs und so frischen Wind ins Unternehmen bringt. Die Produktionszahlen steigen rasant – nicht zuletzt, weil Opel individuellen Kundenwünschen entgegenkommt und Spezialnähmaschinen für Sonderanforderungen konzipiert.

1886 - Opel entwickelt sich prächtig

1886 verlassen bereits 18.000 Maschinen das Werk. Das Unternehmen entwickelt sich zu einem der größten Nähmaschinenproduzenten in Deutschland und exportiert nach ganz Europa.

1887: Vom Nähmaschinen- zum Fahrrad-Produzenten

Die Industrialisierung bietet der Familie Opel in den 1880er Jahren weitere Geschäftsmöglichkeiten. Auf einer Reise nach Paris lernt Adam Opel 1884 das Hochrad kennen – in Frankreichs Hauptstadt stellen Räder bereits selbstverständliche Fortbewegungsmittel dar. Kurzentschlossen beschafft sich der Unternehmer ein solches Gerät. Es dauert aber noch etliche Monate, bevor nach gründlichem Studium französischer und englischer Räder 1886 das erste eigene Modell die Fabrik in Rüsselsheim verlässt. Mit einer illustrierten Preisliste beginnt im Herbst 1887 dann ganz offiziell der bedeutende Abschnitt der Firmengeschichte.

Dabei setzt Opel bei seinen Fahrrädern – ebenso wie bei den Nähmaschinen zuvor – konsequent und frühzeitig auf moderne Technik. Dem Hochrad, mit dem der Fahrradbau in Rüsselsheim begann, wird 1888 das moderne Niederrad beiseitegestellt.

1890 - Bereits 2200 Zweiräder verkauft

1890 können bereits 2200 Zweiräder abgesetzt werden. Die fünf Söhne von Adam und Sophie werden mit über 550 Siegen bei Radrennen zum besten Werbeträger in eigener Sache. In den 1920er Jahren avanciert Opel zum weltgrößten Fahrradhersteller. 15.000 Händler vertreiben Räder aus Rüsselsheim.
Nach der Einführung des Fließbands im Jahr 1923 verlässt alle sieben Sekunden ein Fahrrad die Fertigung.

1899 - Opel-Start in die Ära des Automobils

Den entscheidenden Entwicklungsschritt in der Geschichte des Unternehmens markiert – nach dem Tod Adam Opels 1895 von den fünf Söhnen vorangetrieben – 1899 der Beginn der Automobilfertigung. Opel gehört damit zu den Pionieren in dieser Industrie und ist einer der traditionsreichsten Automobilhersteller weltweit. Am 21. Januar 1899 erwirbt Opel die Anhaltische Motorwagenfabrik des Dessauers Friedrich Lutzmann. Im selben Jahr startet mit dem Opel Patent-Motorwagen System Lutzmann die Automobilproduktion in Rüsselsheim.

1906 - das 1000 Fahrzeug wird bereits gefertigt

1906 wird bereits das 1000. Fahrzeug gebaut; der endgültige Durchbruch gelingt der Rüsselsheimer Autoschmiede im Jahr darauf mit der Ernennung zum kaiserlichen Hoflieferanten. Aber auch die Demokratisierung des Automobils schreibt sich Opel auf die Fahnen, etwa mit dem kleinen 4/8 PS „Doktorwagen“ im Jahr 1909.

1945 - Kriegsende

Nach Kriegsende kümmert sich das US-Unternehmen General Motors (GM) zunächst nicht um den Wiederaufbau seiner Tochterfirma. Das nehmen Opel-Arbeiter selbst in die Hand. Der Betriebsrat leitet die Arbeiten. Dessen Chef ist der Kommunist Fritz Zängerle. Rüsselsheim gehört zur US-amerikanischen Besatzungszone. Die Militärregierung lässt im Opel-Werk zunächst Autos reparieren und führt Entnazifizierungsverfahren.

1946 - Zarter Neuaufbau

Mitte 1946 ist das Werk so weit aufgebaut, dass das Lkw-Vorkriegsmodell Opel Blitz und ein Kühlschrank produziert werden kann. Doch es gibt auch Rückschläge: Die Produktionsanlagen für den Vorkriegs-Kadett werden abgebaut und als Reparationsleistung in die Sowjetunion gebracht.

General Motors bereitet zwar die Rückkehr nach Deutschland vor. Noch organisieren allerdings die Arbeiter in Rüsselsheim alles selbst.

1947 - Die Produktionsbänder laufen wieder an

Rund 8.000 Opelanern ist es zu verdanken, das am 28. Dezember 1947 der erste Opel Olympia vom Band läuft - Opels Bestseller aus der Vorkriegszeit. Unter dem Modellnajmen Opel Olypmia -47 unterscheidet er sich von seinem Vorgänger insbesondere durch eine verbesserte Vorderachse mit Doppelquerlenkern und einen etwas kleineren Radstand. Achse und Steuerung stammen vom Opel Kapitän. Ein Konzept, das die Pkw-Produktion in Rüsselsheim beschleunigt. Das Cockpit ist symmetrisch gestaltet: Mittig platziert sind ein Tachometer (rechts angeordnet) und ein Multi-Instrument (links angeordnet). Der Fahrer und Beifahrer haben jeweils ein eigenes ovales Handschuhfach, dazu je eine Sonnenblende. Dazu gibt es Einzelsitze, eine Mittelschaltung, eine einteilige Windschutzscheibe sowie ein kleines Rückfenster. Der Kofferraum wird von innen beladen. Der Preis beträgt 6.785 D-Mark (ab Juli 1948).

Fortsetzung folgt ....

2017 - Das neuen Strategiepapier "PACE"

PACE steht für Profitability, Agility, Colloboration und Enablement sowie für Performance, Accountability, Customer focus und Empowerment. Mit dem Strategieprogramm will man ab 2020 zurück in die Profitabilität. Zwei Prozent wiederkehrende operative Marge und positiver operativer Cashflow werden angepeilt. Die Gewinnschwelle soll zukünftig bereits mit 800.000 Fahrzeugen erreicht werden. Durch Elektrifizierung ist das Ziel eine Führungsrolle bei CO2-Werten zu erreichen. Dazu sollen alle Modellreihen bis 2024 elektrifiziert werden. Effizienz für Produktions- und Logistikkosten sowie das Lohnkosten-Umsatz-Verhältnis soll Benchmark-Niveau erreichen. Alle Werke sollen erhalten bleiben und modernisiert werden; betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim wird zu einem globalen Kompetenzzentrum für die Groupe PSA ausgebaut. Mit der Nutzung weltweiter Export-Chancen für Opel sowie dem Ausbau des Opel/Vauxhall-Geschäfts mit leichten Nutzfahrzeugen sollen Absatzmöglichkeiten erweitert werden. Mit diesen Punkten wird der Strategieplan PACE! am 09. November 2017 in einer Pressemeldung bekannt gegeben. Damit soll das volle Leistungspotenzial von Opel/Vauxhall freigesetzt werden und der Weg zu einer nachhaltigen Zukunft enstehen.